Museen und Kulturlandschaften

Text zum internationalen Museumstag der ICOM 2016

Landschaft an sich ist für alle, die mit ihr beobachtend in Berührung kommen, gleichermaßen erfahrbar. Für Kulturlandschaften gilt das schon lange nicht mehr.

Universelle „Kultur- und Geistesmenschen“ im Sinn Thomas Bernhards sind rar geworden in einer Zeit zunehmenden Spezialistentums. Auch im Kulturozean haben sich – anstelle eines allumfassenden Kulturbewusstseins – um Aufmerksamkeit und Budgets konkurrierende Inseln gebildet, die wenig voneinander wissen. Und es besteht für jeden der beteiligten Akteure die Notwendigkeit, permanent intensiv an der nachhaltigen und selbstverständlichen Verankerung ihres Bereichs im kollektiven kulturellen Bewusstsein zu arbeiten.

Auf diesbezüglich immer dünnerem Eis ist die Kunst unterwegs, und hier vor allem die zeitgenössische bildende. Besonders bei monetären Verteilungsentscheidungen fällt sie sehr schnell nicht zu Ende gedachter Quotenhörigkeit zum Opfer und heraus aus der elitären Gruppe der systemrelevanten, also unverzichtbar am Leben zu erhaltenden, Kulturträger – und das ungeachtet ihrer über­durch­schnitt­lich prägenden Rolle bei der Bildung regionaler und internationaler kultureller Images.

An der Verzögerung oder noch lieber Umkehrung dieser Tendenzen durch konzentrierte Lobbyarbeit für besonders innovative, für manche Rezipienten noch immer fremde Bezirke der Kulturlandschaft – wie zum Beispiel die kaum kategorisierbare, multimediale und transdiziplinäre Kunst – und ihrer Vermittlung an ein breiteres Publikum schraubt die auf genau diesen Kunstbereich spezialisierte GrafZyxFoundation im TANK 203.3040.AT.